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System und Kultur

Wenn Organisationen ihre Kultur verändern möchten, richten sie den Blick häufig zuerst auf die Führungsebene. Leitbilder werden überarbeitet, Führungskräfte qualifiziert und Strategieworkshops durchgeführt. Dahinter steckt die Annahme, dass Kultur vor allem „von oben“ entsteht und deshalb auch dort verändert werden muss.

Dieser Ansatz greift jedoch oft zu kurz. Wer verstehen möchte, wie eine Organisationskultur tatsächlich funktioniert, muss dorthin schauen, wo die tägliche Arbeit stattfindet. Mitarbeitende erleben jeden Tag, an welchen Stellen Prozesse nicht zusammenpassen, wo informelle Absprachen notwendig sind und welche inoffiziellen Wege entstehen, damit Arbeit überhaupt gelingt. Gerade diese informellen Muster bleiben der Führung häufig verborgen, weil sie sich außerhalb der offiziellen Strukturen entwickeln und oftmals Lösungen für Probleme darstellen, die im formalen System selbst angelegt sind.

Die entscheidende Frage lautet daher:

Für welches strukturelle Problem ist dieses kulturelle Muster eigentlich eine Lösung?

Erst wenn diese Zusammenhänge sichtbar werden, lassen sich die eigentlichen Hebel identifizieren – etwa Entscheidungsprozesse, Anreizsysteme, Verantwortlichkeiten oder organisatorische Rahmenbedingungen.

„Die Kulturveränderung folgt der Formalstruktur, nicht umgekehrt.“

vgl Judith Jules Muster: https://www.linkedin.com/posts/judithmuster_changement-activity-7477286694237614100-YpFZ


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