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Synergetik



Weitere Informationen zum Thema:

Systemisch(er)e Hand


Generische Prinzipien

Die Synergetik als Strukturwissenschaft der Selbstorganisation (und damit auch eine von zahlreichen o. g. Systemtheorien) bietet wertvolle Einsichten darüber, wie Veränderungsprozesse auf natürliche Weise ablaufen. Die acht generischen Prinzipien nach Hermann Haken und Gunter Schiepek zeigen, welche universellen Mechanismen dabei eine Rolle spielen und wie Sie sie gezielt nutzen können (vgl. Haken u. Schiepek, 2006). Ich habe sie etwas komprimiert und auf (meine) fünf Finger übertragen.


DAUMEN: SAFE SPACE

Erstes generisches Prinzip: Stabilitätsbedingungen schaffen

Jede Veränderung braucht eine gewisse Sicherheit. Ohne ein Mindestmaß an Stabilität kann kein neues Muster nachhaltig etabliert werden.

Reflexionsfrage: Welche stabilen Faktoren in Ihrem Leben geben Ihnen Sicherheit für Veränderungen?

ZEIGEFINGER: MUSTERCHECK

Zweites generisches Prinzip: Muster des relevanten Systems identifizieren

Veränderung erfordert ein Bewusstsein darüber, welche Muster aktuell Ihr Denken, Fühlen und Handeln prägen.

Reflexionsfrage: Welche wiederkehrenden Muster erkennen Sie in Ihrem Verhalten (Gedanken – Gefühl – Handlungsimpulsen) und zwischen Ihnen und anderen Personen? Durch welche Muster haben Sie Ihr Problem erzeugt, und wie „füttern“ Sie es täglich?

MITTELFINGER: KONTEXTANREICHERUNG

Drittes generisches Prinzip: Sinnbezug herstellen und den Kontext in den Blick nehmen

Ohne eine tiefere Bedeutung bleibt Veränderung oft oberflächlich. Menschen verändern sich nachhaltiger, wenn sie die Kontexte berücksichtigen und einen persönlichen Sinn darin sehen.

Reflexionsfrage: Welchen Sinn erkennen Sie in der angestrebten Veränderung?

Viertes generisches Prinzip: Energetisierungen ermöglichen

Jede Veränderung braucht Energie – sei es in Form von Motivation, emotionaler Aktivierung oder konkreten Ressourcen.

Reflexionsfrage: Was gibt Ihnen Energie, um eine Veränderung umzusetzen? Wie sexy ist Ihr Ziel und wie groß ist Ihre Lust und Ihr Verlangen danach?

RINGFINGER: PERTURBATION (VERSTÖRUNG)

Fünfte generisches Prinzip: Fluktuationsverstärkungen anregen und die Muster irritieren

Systeme verändern sich eher, wenn sie in Bewegung kommen. Kleine Irritationen oder Unsicherheiten können als Auslöser für größere Veränderungsprozesse dienen.

Reflexionsfrage: Wo könnten Sie bewusst kleine Veränderungen initiieren, um größere Umbrüche zu ermöglichen? Was wäre die erste kleine Irritation Ihrer Muster?

Sechste generisches Prinzip: Synchronisation beachten (Kairos – ist die Zeit reif?)

Veränderungen verlaufen effektiver, wenn verschiedene innere und äußere Prozesse aufeinander abgestimmt sind.

Reflexionsfrage: Wie gut sind Ihre aktuellen Veränderungsprozesse miteinander synchronisiert? Ist die Zeit reif für Change?

Siebtes generisches Prinzip: Gezielte Symmetriebrechung ermöglichen

Veränderung geschieht oft durch das bewusste Verlassen eines Gleichgewichts. Manchmal muss man bewusst „aus der Spur geraten“, um Neues entstehen zu lassen.

Reflexionsfrage: Welche gewohnten Strukturen könnten Sie gezielt verändern, um Entwicklung zu ermöglichen? Welches alte Muster könnten Sie einfach lassen (welche Verhaltensweise können Sie unterlassen), damit ein neues Muster entsteht? Welche neuen Verhaltensweisen könnten Sie zeigen, damit Neues entsteht? Machen ist wie Wollen, nur krasser.

KLEINER FINGER: RESTABILISIERUNG

Achtes generisches Prinzip: Re-Stabilisierung gewährleisten

Nach jeder Veränderung ist es wichtig, ein neues Gleichgewicht herzustellen, um das Erreichte zu sichern.

Reflexionsfrage: Wie können Sie neue Muster langfristig stabilisieren? Was können Sie tun, um am Ball zu bleiben?




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